Countdown 24

2011 - The Pocky year

5. 12. 2007 - Warum ich ohne Anime nicht mehr leben kann.

Einer der wichtigsten Gründe: Ich brauche sie, um aus der Realität zu flüchten. Das muss sein, ab und zu. Und ab und zu ein wenig häufiger und ab und zu ein wenig seltener. Das ist bei mir dasselbe wie Lesen oder Filme sehen. Ich lasse mich für eine Weile voll und ganz auf eine andere Welt ein, andere Orte, andere Zeiten, andere Menschen, andere Geschichten. Wenn ich mal keine Lust hab auf meine eigene Geschichte, weil sie mich traurig macht, oder ein bisschen langweilig wirkt oder anstrengend ist oder ich einfach mal Abwechslung brauche - dann such ich mir einfach eine andere. Das tolle an Anime - man weiß genau, wie die Welt dort aussieht. Sie ändert sich nicht, sondern bleibt so, wie man sie kennt. Man sich also genau das Programm aussuchen, was man jetzt braucht, einen höchst eigenen Therapieplan zusammenstellen:
Ein wenig Komödie - Yu-Gi-Oh Abridged (das zählt!).
Ein wenig Parodie mit Megahumor und bisschen Nachdenklichkeit - School Rumble.
Aktion und Ablachen - Samurai Champloo und One Piece.
Rumangsten und Deprisessions - Full Metal Alchemist.
Männeranschmachten - Original Yu-Gi-Oh.
Einfach nur Rumschlumpfen und Abschalten - Hayao Miyazaki einmal querbeet.
Mindgames - Death Note.
Und in guten alten Zeiten schwelgen - Digimon Kassetten (ja, die zählen auch!).
Natürlich löst es keine Probleme, wenn man sich verkriecht und Anime schaut - aber es macht Spaß ^^, lenkt ab (und Zeit heilt halt doch) und gar nicht so selten findet man doch auf einmal Sätze, die passen. Und dann hilft es sehr wohl.

Nächster Punkt: Motivation. Natürlich sind Anime total überzeichnet und die Hälfte der Dinge, die die Figuren da tun, bringen dich in der Wirklichkeit knallhart um, aber die Grundbotschaft kommt ja rüber. Und wenn ich mal wieder irgendjemanden gesehen habe, der sich Tag und Nacht unm die Ohren schlägt, um zu trainieren oder zu lernen oder zu üben oder was-weiß-ich, um ein Ziel zu erreichen, das er sich vorgenommen hat (man nehme Yohs Höllentrainig vor dem Schamanenkampf, einer meiner Favorits ^^, oder Ro (Missile Happy), der arbeitet und lernt und arbeitet und lernt, weil er unbedingt Arzt werden will, oder die komischen Typen aus dem komischen Prince of Tennis, die in jeder kleinen 10-Minuten-Pause nach dem Schläger greifen oder irgendeinen der tausend Leute, die dann früher oder später vor Erschöpfung umkippen oder im Stehen einschlafen oder - you get the figure.), dann motiviert mich das. Weil ich auch Ziele habe, die ich erreichen will, und weil ich weiß, dass es auch ein verdammt tolles Gefühl ist, abends total tot in voller Montur nur noch ins Bett zu fallen, und weil ich denke: "Das kann ich auch. Die sollen bloss mal nicht denken, die wären so toll." (Ich bin ein Mensch mit so einer Art von Konkurrenzdenken.) Tja, und damit sind Anime für mich mitunter auch der berühmte Tritt in den Arsch, den ich ständig mal brauche, um vorwärts zu kommen.

Dann - nicht zu vernachlässigen - womit kann man besser mit kleinen Schwestern drüber fangirlen als über Anime? Höh? Und NIEMAND behauptet mir, dass Fangirlen unnütz und überflüssig und totaler Schwachsinn ist. Ich verweise auf die letzte Veröffentlichung von Prof. Dr. Dr. anim. Pseud O. Eumel zu diesem Thema. Deswegen sind Anime ein MUSS.

Männer in geilen Mänteln. xD Kein weiterer Kommentar nötig.

Für mich natürlich immens wichtig auch die Sprache. Ich lerne wirklich damit Japanisch. In der Prüfung am Sonntag kam das Wort "kyodai" vor. Das habe ich im Unterricht nie gehabt, aber sowohl in FMA, als auch in One Piece OVA und bestimmt noch irgendwo kam dieses Wort des öfteren vor. Genauso wie "kaizoku", "boshi" oder die wunderbaren Flüche und Beleidungungen wie "kisama", "kuso", "bakaro" und "bonkotsu". Und ich lerne auch ordentliche Sachen. Hmmmm, kann man als Übersetzer und Sub-ber von Anime Geld verdienen? Das wäre mal eine Karriere für mich.

Synchronsprecher. Ich LIEBE sie. Ich verehre sie, ich bete sie an und ich wenn ich einem auf der Straße über den Weg laufen würde, dann - würde ich ihn fesseln, verschleppen und bei mir zuhause im Schrank einsperren. Im Ernst, wenn ich mir einen Film einzig und allein nur deswegen ansehen möchte, weil jemand "süße, flauschige, rosa Öhrchen" sagt ... O.o. Ich bin hoffnungslos verloren. Und grade die japanischen Seiyuu haben auch noch wirklich wirklich geile Stimmen... *drool*...

Resumée: Ohne Anime - wäre das Leben ganz schön traurig. Wahrscheinlich nicht unlebbar, aber ganz erheblich langweiliger.

5.12.07 13:48