Countdown 24

2011 - The Pocky year

7. 12. 2007 - Farbe des Weizens

Ainsi, le petit prince apprivoisa le renard. Et quand l'heure du départ fut proche:
"Ah! dit le renard... Je pleurerai.
- C'est ta faute, dit le prince, je ne te souhaitais point de mal, mais tu a voulu que je t'apprivoise...
- Bien sûr, dit le renard.
- Mais tu va pleurer! dit le petit prince.
- Bien sûr, dit le renard.
- Alors tu n'y gagnes rien!
- J'y gagne, dit le renard, à cause de la couleur du blé."


Es war jetzt drei Wochen her, seit er gegangen war.

Die ersten Tage war es ihr gar nicht so schwer gefallen, so zu sein wie immer, sie erschrak sich fast selbst darüber. Doch dann, als die Realisation, dass er nicht nur im Moment nicht da war, nicht nur im Wohnzimmer beim Zocken oder in der Küche oder beim Einkaufen oder sonstwo war, sondern wirklich für immer weg - es traf sie wie ein Kübel Eiswasser mitten ins Gesicht.
Sie fand sich auf einmal auf ihrem Bett sitzend wieder, seit Stunden unbewegt und in totaler Lethargie. Oder an ihrem Schreibtisch vor dem Paper, das sie fürs Seminar lesen sollte, komplett gewellt durch Tränen, an die sie sich nicht erinnern konnte.

Ihre beste Freundin versuchte sie abzulenken, "Ein bisschen Shoppen, lecker Sushi Essen gehen und du bist wieder die Alte!" meinte sie. Doch auf dem Weg durch die Einkaufspassage kamen sie am Brunnen vorbei, an dem sie beim ersten Date über eine Stunde gewartet hatte, weil sie viel zu früh gewesen war. Im H&M wurde das Lied gespielt, in dem sie bei Singstar zusammen den ultimativen Highscore in der Duo-Wertung hielten. Sie riss sich extrem zusammen, um sich nicht zu jedem großen brünetten Typen mit schwarzem Rollkragenpulli umzudrehen und scheiterte mindestens fünfmal.
Und sie würde ihrer Freundin das nächste Mal in der Mensa einen Nachtisch dafür ausgeben, dass sie sich immer gerade unheimlich für das nächste Schaufenster interessierte, wenn sie sich hastig die Tränen von der Wange wischte. Die nächsten Tage mied sie die Innenstadt lieber völlig.

Aber auch das ging wieder vorbei. Er wuselte nicht mehr stündlich, sondern nur noch höchstens zweimal pro Tag durch ihre Gedanken, und am letzten Praktikumstag, an dem sie ihr Experiment dreimal(!) wiederholen musste, weil die Vollidioten von Betreuer erst einen alten, verunreinigten Puffer und dann ein falsches Enzym hinestellt hatten und kurz vor ihrer Trafo die Röhrchen mit Sterilmedium ausgingen, war sie so ausgelaugt, als sie zuhause ankam, dass sie innerhalb von drei Millisekunden einschlief, ohne zu Bemerken, dass überhaupt irgendetwas fehlte.

In der vierten Woche war der Geburtstag eines Freundes und sie war in der Stadt beim Einkaufen. Ihr Blick fiel wieder auf den Brunnen und sie erinnerte sich daran, wie sie hier zusammen gestanden und ihr letztes Kleingeld ins Wasser geschmissen hatten. Sie konnte sein Lachen hören und wie seine Augen immer eine hellere Farbe hatten, wenn er sie grinsend ansah, und auf einmal merkte sie, dass sie lächelte. Sie stutzte, holte sich dann ein Eis, setzte sich zurück an den Brunnenrand und lächelte noch ein bisschen weiter.


So machte denn der kleine Prinz den Fuchs mit sich vertraut. Und als die Stunde des Abschieds nahe war:
"Ach!" sagte der Fuchs, "ich werde weinen."
"Das ist deine Schuld", sagte der kleine Prinz, "ich wünschte dir nichts Übles, aber du hast gewollt, daß ich dich zähme..."
"Gewiß", sagte der Fuchs.
"Aber nun wirst du weinen!" sagte der kleine Prinz.
"Bestimmt", sagte der Fuchs.
"So hast du also nichts gewonnen!"
"Ich habe", sagte der Fuchs, "die Farbe des Weizens gewonnen."

7.12.07 13:58