Countdown 24

2011 - The Pocky year

17. 12. 2007 - Weihnachtsmet

Der Rabe erreichte mich im Norden von Winterquell. Ich saß gerade mit Fuvern, dem Wintersäblerausbilder, am Feuer und briet eines der Bärensteaks, die ich von meiner Jagdrunde mitgebracht hatte. Wir feierten, dass ich nach monatelangen Bemühungen um Verpflegung und Zucht der seltenen Wintersäbler nun endlich meinen eigenen als Reittier erhalten hatte. Es war ein schönes Tier, mit langem Fell, klein und sehnig und die schnellste Säblerrasse, die man auf Kalimdor finden konnte.

Zu dieser Zeit des Jahres konnte man mich meistens in diesem Gebiet antreffen, denn wann war es schöner, durch den Permafrost zu reiten und auf den vereisten Seen rumzuschlittern, als zur Jahreswende? Außerdem verkaufte sich das Schimären-, Großbären- und Frostsäblerleder, das ich hier sammeln konnte, sehr gut, da viele neue Lederwamse zum Schutz gegen die Kälte gewünscht wurden. Zwei befreundeten Druiden, die ich bei meinem letzten Aufenthalt in Ironforge kennengelernt hatte, hatte ich auch bereits die Herstellung einer Frostsäblerrüstung versprochen, da diese ihre Naturmagie erheblich stärken würde. Meine eigentliche handwerkliche Spezialisierung lag zwar im Bereich der Drachenlederverarbeitung, aber diese Muster hatte ich schon bei den Grundlagen beherrscht.

Der Rabe brachte eine Botschaft von meinem besten Freund Hrohtgar: "Fäolin, wir brauchen deine Unterstützung für einen Auftrag in Düsterbruch. Ein junger Kochmeister möchte sich vom Goblin Rzak, der sich in diesen Ruinen herumtreibt, die Herstellung von Wüstenknödeln beibringen lassen. Muco und ihr Sohn Bubenberg haben bereits für den Tag nach morgen zugesagt und wenn du Glaedr für den Nahkampf mitbringen könntest, haben wir die nötige Kampfkraft gegen die Riesen. Der Koch ist ein recht gut ausgebildeter Disziplin-Priester, du brauchst dir also keine großen Sorgen um Heiltränke zu machen. Schicke deine Antwort mit dem Raben zurück, ich würde mich sehr freuen, die neuesten Nachrichten aus Darnassus und über dein Wohlergehen zu hören. Möge der Segen Elunes auf dir ruhen."

Es hatte vor ungefähr 10 Tagen einen heftigen Wirbelsturm vor der Küste des Weltenbaums gegeben (es gab nicht wenige, die ein Mitmischen der Brennenden Legion dahinter vermuteten), der den Hafen von Teldrassil ziemlich verwüstet und auch Auberdine nicht unbeschadet hinterlassen hatte, so dass die Schiffs- und Flugverbindungen unterbrochen worden waren. Ich hatte zur Zeit des Sturmes meinen alten Ledermeister in der Hauptstadt besucht und mich danach mit meinem Portstein wieder aufs Festland teleportieren können. So konnte ich Hrohtgar jetzt von den Entwicklungen in der Erforschung der Flora vom Un'Goro-Krater berichten.

Und so verabschiedete ich mich von Fuvern, versprach, ihm bei meinem nächsten Besuch einen neuen Runenstoffumhang mitzubringen (Muco war eine exzellente Schneiderin und schuldete mir noch einen Gefallen für die Blauen Drachenschuppenschultern, die sie für ihren Sohn zur Aufnahme in die Elitegilde "Kaisergarde" bei mir in Auftrag gegeben hatte).

Zwei Tage und eine lange Reise auf Greifenrücken später fand ich mich vor dem Eingang zum Düsterbruch wieder. Wie immer war ich pünktlich, meine Freunde nicht und so angelte ich noch ein wenig im See auf den Zwillingsspitzen. (Ein wunderbarer Ort zum Angeln übrigens, 200 Meter über der Erde, von Vögelchen umflogen und absolut ungestört von der Horde. Nur der Weg nach unten sollt eim Voraus geplant werden, ich empfehle entweder einen genau gezielten Sprung ins Wasser oder einen Fallschirm (erhältlich beim Ingenieuer Ihrer Wahl).) Als mein Kriegerfreund dann endlich ankam, wurde ich fürs Warten mit leckerstem Lebkuchen und Weihnachtmet direkt aus der Ironforger Zwergenküche belohnt. Normalerweise bevorzugte ich zwar meine heimische Elfenkost, die nicht so fettig und mehr auf Pflanzenbasis gekocht wurde, aber diese Lebkuchen waren super. Und da sie nur zu Weihnachten gemacht wurden, jedes Jahr wieder etwas Besonderes.

Nach ein paar weiteren Stunden traf auch unser Jungkoch ein (ein recht gut aussehender Draenei übrigens), versorgte uns mit leckersten Knusperspinne Surprise Freßpaketen und nachdem wir dann zusammen Muco und Bubenberg über das Portal zu uns beschworen, uns mit ein paar magischen Schutz- und Segenszaubern ausgestattet und letzte Peptalks von unserer erfahrenen Magierin über uns ergehen hatten lassen ( "Und wehe, jemand pullt vor Fäo, und bitte bitte seht zu, dass ich keine Aggro kriegt, und Priest, du stehst einfach nur hinten und heilst bei unter der Hälfte der Punkte und denkt an Manapausen. So. Wehe." ) ging es auf in die Ruinen.

Die Gefahren: Riesenpatrouillen (ich würde mich so gerne mal eingehender mit den speziellen Ökosystemem in den Moosflechten auf ihren Hautfalten beschäftigen), Treants (Muco hatte mich schon ein paarmal vor solchen Kreaturen mit einigen wohlplazierten Feuerbällen gerettet) und der dämonische Mondwächter. Mit ein wenig Glück und ein wenig Fingerspitzengefühl beim Vorbeischleichen würde uns dessen Anblick allerdings hoffentlich erspart bleiben - die wenigsten, die ihn jemals gesehen haben, kamen lebend zurück. Weitere Probleme: Die meisten Türen waren versiegelt und nur mit einem besonderen Schlüssel zu öffnen, der sich angeblich im Besitz eines kleinen Wichteldämons befand. Also nur Kleinigkeiten. Nicht umsonst waren wir bereits im Onyxias Drachenhorst gewesen und hatten den Dunkelzwergen das gestohlene Bierrezept wieder abgenommen (das war einer der lukrativsten Aufträge für die Zwerge gewesen), wir waren in jahrelangen Kämpfen erfahren geworden und wir waren Abenteurer. Das war unser Leben.

Und außerdem hatten wir Weihnachtsmet. Das machte alles gleich viel besser.

17.12.07 20:13