Countdown 24

2011 - The Pocky year

20. 12. 2007 - Animood Adventures - Klappe die Dritte

Es bedurfte nur einiger kleiner, aber grundfalscher Sätze von Miss Heuschrecke, um die sonst so ruhige und vorbildliche Studentenschaft der Flauschakademie in einen aggressiven Bienenstock zu verwandeln:

„Die gesamte Schülerschaft scheint hier ein Lotterleben zu führen, den ganzen Tag sprechen sie nur über Fernsehserien (aka. Erörterung der Farbsymbolik in "X - Die Serie" und der neuen Umsetzung des klassischen Samuraithemas in "Samurai Champloo" ) und komische Bishies (aka. intensive vergleiche Charakterstudien mit Erstellung individueller Persönlichkeitsprofile) und essen Sushi (von den Schülern des Moduls "japanische Küche" selbst zubereitete, mit anschließender Geschmacksbeurteilung) und kritzeln Liebesbriefe in ihre Unterlagen (aka. Hausaufgaben zur Unterrichtseinheit "romantische Dialoge", Thema "schriftlicher Heiratsantrag" ). Diese Zustände werden nun ein Ende haben! Da das Problem ja offensichtlich im Freizeitüberschuss liegt, werden die Schüler ab sofort ihre Nachmittage und Wochenenden damit verbringen, die Gebäude umzugestalten. Überall läuft man noch auf Steinplatten und Marmorkacheln und in den Kreuzgängen zieht es durch die fehlenden Wände. Heute abend werden Bauanweisungen verteilt und ab morgen wird sich jede Klasse dann mit dem Umbau der Schule beschäftigen!“

Und so nahm das Unheil seinen Lauf...


„.... F§“§$(%W*SF’S§“%SF(!!!“ (Anm. d Red.: Übersetzung aufgrund jugendgefährdender Inhalte unterlassen.)

Mit einem Gesichtsausdruck, der diese Worte haargenau widerspiegelte und einer Laune, die selbst Hao persönlich (welchen auch immer du gerne hättest) zum Weinen gebracht hätte, donnerte Schatzi die Portaltüren hinter sich zu und stampfte die großen Eingangstreppen der Akademie hinunter.

„Diese sadistische, inkompetente, selbstverliebte, hirnverbrannte, arrogante, nichtsblickende, tyrannische – Heuschrecke! Wer glaubt sie eigentlich wer sie ist? Und was wir hier machen? Hat die das Konzept dieser Schule überhaupt begriffen? Gut, blöde Frage, der Rest ihres mickerlichen Hirns ist von rosa Wattebällchen gefüllt, die hält „Konzept“ wahrscheinlich für die Kurzform von „Konfekt-Rezept“... Arrrrggh!!!“

Wütend und alle armen kleinen Kieselchen, die nicht schnell genug aus ihrem Weg rollten, mit ihrem Super-Nami-Kick in die Troposphäre befördernd schlug Schatzi den Weg zu den Wohntrakten ein. Die hilfreich scheinen wollende Sonne verfehlte ihr Ziel gänzlich, indem sie Schatzis Kopfschmerzen nur noch verschlimmerte, und die zum Erzielen ihres mega-angepissten Gesichtes zusammengebissenen Kiefer verursachten ihr Zahnschmerzen.

„Ich muss jetzt unbedingt duschen, der ganze Staub juckt fürchterlich. Und für die Blasen an den Händen brauche ich Pflaster... Wenn Lena jetzt noch da ist und wieder drei Stunden lang das Bad versperrt, weil sie ihre Augenbrauen nachzupfen muss, dann – argh, laufe ich Amok. Mit meinem – ähm – Tintenfaß. Genau, ich werde jedem Tinte in die Augen spritzen und das Gesicht bemalen und ... und ... &§af#&9@!! (Falls sich aufmerksame Leser an dieser Stelle darüber wundern sollten, warum Schatzi auf einmal so wunderbar fluchen kann → alles Matts schlechter Einfluss)

Die Wohntrakte lagen auf einem Hügel neben dem Hauptgebäude und der kurze Weg, den Schatzi genommen hatte, führte über eine lange Treppe die steile Seite des Hügels nach oben zu den Gabäuden. Die ultracoole und extrem praktische Seilbahn vom Hügel hinunter auf den Akademievorplatz war vor drei Tagen wegen „zu hoher Verletzungsgefahr und zum Ansporn zu genügend Bewegung“ von der Heuschrecke gesperrt worden.

Verletzungsgefahr, pah! Über die gesamte Strecke waren dichte Netze unter die Seilbahn gehängt worden und außerdem, wo blieb der Spaß, wenn nie was passiert? So glitt die Gondel ungefähr alle drei Monate einmal von der Bahn und die glücklichen Insassen hatten einen Riesenspaß, wenn sie mit Hubschraubern wieder aus der überdimensionalen Hängematte herausgeholt wurden.

Und die Bewegung? Im Gegensatz zu Miss Heuschrecke, die den Fliegenden Teppich dazu missbrauchte, sich selbst die lächerlichen fünf Meter von ihrem Büro ins Audienzzimmer zu transportieren, waren alle Schüler zur Teilnahme in einem der zahlreichen Sportclubs (Tennis! Kendo (=Schwertkampf)! Marathon! Baseball! Das Davy Jones-Spiel!) verpflichtet. Schatzi selbst tanzte (das schloss sowohl den klassischen Paartanz als auch modernes Ausdruckstanzen, Videoclip-Dancing und Ballett mit ein).

Schatzi war inzwischen am Anfang der Treppe angekommen. Nach einem mehr als unbegeisterten Blick auf die nächsten hundert Stufen und in Angedenk ihrer von der Arbeit noch schmerzenden Muskeln seufzte Schatzi kurz und setzte sich dann in den Schatten an der Mauer um die angrenzenden Sportplätze. Nur kurz raus aus der Sonne, ganz kurz. Sie schloss die Augen und lehnte erschöpft den Kopf in den Nacken.

"Zigarrette?"

Überrascht blickte Schatzi zur Seite und sah ein paar Meter neben sich einen großen schwarzhaarigen Typen in blauem Anzug lässig an der Wand lehnen.

"Du siehst aus, als könntest du eine brauchen."




Fortsetzung hinter diesem flauschigen Link.

20.12.07 20:19