Countdown 24

2011 - The Pocky year

18. 12. 2008 - Klappe - schonwieder - 6

"Schatzi, kommst du jetzt endlich? Du hast dich schon drei Mal nachgeschminkt und vom Endlos-in-den-Spiegel-starren werden deine Haare auch nicht länger!"

"Aber...."

"Ja doch, zum zehnten Mal, ein Hitachiin-Outfit ist immer richtig und toll und fla(u)schig und wenn du nicht in drei Sekunden unten bist, lass ich dich hier!"

"Miep!"

 

***

 

Die Organisation der Begrüßungsfeier war Sache der Bürgermeisterin und Wibi hatte sich für den altbewährten Strandparty-Style entschieden. Den Nachmittag über waren Joey und Anhang als "freiwillige Helfer" (Schatzi zweifelte am Wahrheitsgehalt dieser Bezeichnung, es gab Gerüchte um Mietrückstände und dergleichen) dabei gewesen, im Hof des Gebäudekomplexes 13 einen großen Sandstrand anzuhäufen, eine Cocktailbar aufzubauen (Alkohol gesponsort vom "99 bottles" ), Lampions an die Bäume zu hängen und ein riesiges Banner mit "WELCOME TO ANIMOOD - GOOD-BYE TO SANITY" aufzuhängen. Von Wibi handgemalt. Als DJ war Yoh angeheuert worden, der begeistert seine gesamte Bob-Plattensammlung einpackte - Anna wurde gesagt, er wäre trainieren.

Wenn Schatzi, als sie in der - von Kaiba zu einem horrenden Preis geliehenen - Limousine eine halbe Stunde zu spät vorfuhren (Wibi liebte dramatics und naja, das zweite war Schatzis Schuld), auch nur eine Sekunde auf das Ambiente geachtet hätte, hätte sie zugeben müssen, dass es gar nicht so übel war. Aber Schatzi achtete nun mal nicht eine Sekunde auf das Ambiente - das war ihr völlig wurscht - wo war Whitey??

Seine laute blonde Nicht-Freundin saß schon drüben an der Bar, zu der Wibi nun auch zielstrebig hinsteuerte, die Punks hatten sich in der Nähe der Musikanlage auf Liegestühle gefläzt (Schatzis Blick blieb ganz kurz, aber auch nur ganz kurz, an einem noch unbekannten Schwarzhaar-Punk mit Tattoo im Gesicht hängen, der ganz stilecht nur in Badehose angetreten war), die kleine Nervensäge baute begeistert eine Sandburg, aber WO WAR -

Ah. Da, ein wenig abseits, neben einem Haarklammer-Punk mit blauem Schal, und einem Eisbecher in der Hand, der aber vermutlich nicht für seinen bereits angenervten Blick verantwortlich war. Schatzi begann mit der Formierung eines Plans: Eisbecher war schon vorhanden, Cocktails kamen nicht in Frage (sie hatte den No-Alkohol-Kommentar natürlich mitbekommen und sofort in Schubladenkategorie 1,2 (copyright held by Kyouya) eingeordnet) - hmm, wie wäre es mit Anfrage, welche Eissorte er empfehlen würde, und dann geschicktem Umlenken über die fürchterliche/fantastische/je nachdem Musik auf künftige Beschäftigungspläne?

Schatzi hatte mal wieder ihre Schwester nicht einberechnet, die in der Zwischenzeit mit Cocktail in der Hand ihre Begrüßungsrede begonnen hatte, schon bei der Werbung für die Flauschakademie angekommen war und jetzt als krönenden Abschluss noch den VIP der VIPs vorstellte. Schatzi. Die sich normalerweise höchst geehrt fühlen würde, aber jetzt nur annoyed war, weil sie in ihren masterlichen Plänen unterbrochen wurde.

Sie murmelte etwas in ihren Bart, verbeugte sich kurz und -

Puschel war weg. NOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOO!!!!!!

Als sie bei Wibi vorbeischaute, um rumzuwailen, meinte die blöde Nicht-Freundin nur "Taichô mag keine Parties und ist grade mit "Es ist mir hier zu warm..." abgedampft... Pöh, Taichô ist so eine Spaßbremse, der macht doch bloß langweiligen Schreibkram." Zum ersten Mal stimmte Schatzi Matsumoto halbwegs zu.

Nun, bevor Schatzi sich mit den nun entstandenen Problemen des "Was genau ist sein Appartement? Wie krieg ich Wibi dazu, mich gehen zu lassen? Was für eine Ausrede, um spontan und ungebeten aufzutauchen, habe ich?" beschäftigen konnte, wurde sie von einem dorkigen Typen mit Brille angesprochen, der sie nach ihrem sehr beeindruckenden Outfit fragte. Verdammt, das war zwar absolut nicht ihr Typ, aber bei so einer Frage konnte Schatzi nicht widerstehen. So begann ein Gespräch über die Hitachiin-Zwillinge, Kleiderdesign, Nahtarten und die Kompatibilität von Karo und Kreuzmustern. Irgendwann stieg Wibi mit Doskoi-Promotion ein und Schatzi holte sich zur Befeuchtung ihrer Kehle einen Cocktail.

Zufällig war Rothaar-Punk Ichigo auch gerade an der Bar, weil Grünhaar-Punk-Kind Nel auch Durst hatte, und Schatzi hörte amüsiert zu, wie Ichigo versuchte der Kleinen zu verkaufen, dass Karottensaft toll wäre. Als Schatzi hilfreich einwarf, dass ihr Orangen-Daiquiri doch genau dieselbe Farbe hätte und niemand anderes wüsste, dass es nur Karottensaft wäre, war Nel zufrieden und schleifte Schatzi dann mit zum Sandburg bauen.

Mist. Das war nicht beabsichtigt gewesen.

Jetzt saß Schatzi vor den Liegestühlen rum und kippte Wassereimer über einen grotesk geformten Haufen Sand, den Nel "Las Noches" getauft hatte und kam sich leicht bescheuert vor.

Die ganzen Jungs auf besagten Liegestühlen fingen an zu tuscheln, Schatzi schnappte so etwas wie "Machst du ja eh nicht!" und "Beleidige nicht meinen Luckylucky-Tanz!" und "Deine künstlerischen Fähigkeiten sind alles andere als schön..." und "Du bist ja nicht mal Fuku-taichô, also halt den Rand, Ikkaku!" auf und dann gab es eine improvisierte Stuntshow. Schatzi schnappte sich gleich einen der freigewordenen Liegestühle und unterhielt sich eine Weile mit einem blonden Typen, bis Matsumoto mit zwei Flaschen Punsch ankam und die Gruppe zu einem Trinkspiel überredete.

Ichigo stand inzwischen mit einem großen dunkelhaarigen Typen bei Yoh und unterhielt sich über Gitarren.

Wibi - es war kaum zu glauben - saß zivilisiert und noch gar nicht soooo betrunken bei dem stoischen Typen mit Schal und redete über - Tennis? (Nicht nachfragen.)

Nel schlief abseits auf einer Düne und hatte Ichigos Jacke als Decke annektiert.

Ishida und Orihime (hier hatte Schatzi noch nicht ganz mitgekriegt, was genau zwischen der und Ichigo lief oder nicht lief - Memo: Heiji später um weitere Investigation bitten) saßen an der Bar und diskutierten begeistert über Schnittmuster und das neue Doskoi-Logo.

Schatzi beschloss, es wäre an der Zeit, Puschel suchen zu gehen. Sie hatte sich vorher von Yumichika (der eigentlich ganz nett war, sobald man sich an seine kuriosen Augenbrauen gewöhnt hatte) einen Appartementplan erschnorrt und nun das Fenster ganz rechts im dritten Stock als Whiteys identifiziert. Allerdings stand für das Zimmer gegenüber der Name "Hinamori" auf dem Plan und bei Nachfrage hatte Schatzi da recht suspekte Information bekommen. Sie hoffte einfach mal, dass Puschel viele Leibsklaven hatte.

Punkto Ausrede war auch geklärt: Puschel hatte seinen Eisbecher mitgeschleppt und sie konnte behaupten, dass sie das Geschirr brauchten. (Gut, das war schlecht, aber das interessierte sie nicht.)

Agent Schatzi 013 trat in Aktion.

 

***

 

Phase 1: Schleiche dich vor Wibi weg. → Wibi in Gespräch mit gutaussehendem Bishie vertieft: No Prob.

Phase 2: Ablenkungsmanöver starten, damit man ihr Verschwinden und Ziel nicht bemerkt (man kann nie vorsichtig genug sein) → lässig angefragt, wessen Bankai denn am besten aussieht → drei Typen im lauten Macho-Proll-Streit. Plan fast fehlgeschlagen, da über Androolen von Ichigos Bankai (eindeutig Sieger) eigentlichen Plan fast vergessen.

Phase 3: Invasion des Zielgebäudes. No Prob. Unterwegs Briefkästen orten, Aufzüge und Efeurankenbewuchs der Gebäudeaußenseite begutachten. Letzteres wegen Neupflanzung noch nicht ausreichend.

Sie kam bis in den Flur.

Dann lief sie Gin über den Weg.

 

(End story on cliffhanger. Gin is not being nice.)

18.12.08 02:26